Am Wochenende beteiligten sich zahlreiche Vorarlbergerinnen und Vorarlberger am internationalen Mend in Public Day – einer weltweiten Aktion zur Bewusstseinsbildung rund um die Vermeidung von Textilabfall. Die Initiative im Rahmen der Fashion Revolution Week verfolgte ein klares Ziel: Menschen dazu zu inspirieren, Kleidung zu reparieren, länger zu tragen und damit Ressourcen zu schonen.
Mend in Public bedeutet wörtlich „Nähen in der Öffentlichkeit“ – und genau das war an mehreren Orten im ganzen Land sichtbar. Angestoßen vom Reparaturcafé Wolfurt arbeiteten Reparaturinitiativen, allen voran die Vorarlberger Reparaturcafés, an öffentlichen Plätzen, vor Vereinslokalen und an anderen belebten Orten an Näh- und Reparaturprojekten. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, zuzuschauen, Fragen zu stellen oder selbst zur Nadel zu greifen.
Sinnvoll, kreativ und inspirierend
Unter dem Motto „Näh mit uns – Kleidung, die man lange trägt, ist die nachhaltigste“ zeigte die Aktion, dass Reparieren nicht nur sinnvoll, sondern auch kreativ und inspirierend sein kann. Ergänzend fanden Upcycling-Workshops statt, bei denen demonstriert wurde, wie einfach es ist, Löcher zu stopfen, Risse zu nähen oder aus alten Textilien Neues entstehen zu lassen.
Gemeinsame Aktion der Gemeinden mit Partnern im ganzen Land
Die Auswirkungen des steigenden Kleiderkonsums sind gravierend. Vor allem Fast-Fashion hat eine große Umweltbelastung zur Folge. Mittlerweile verursacht die Modeindustrie einen größeren CO2 Ausstoß, als der internationale Flugverkehr - allein in Vorarlberg werden pro Woche siebzig Tonnen Altkleider von der Caritas in Kooperation mit den Gemeinden gesammelt. Der enorme Import an Billigware hat negative Auswirkungen auf die österreichische Textilwirtschaft und sogar auf die Abfallwirtschaft, der die schlechte Qualität der Textilien zu schaffen macht.
„Deshalb sind Aktionen wie der Mend in Public-Day auch in Vorarlberg wichtiger denn je. Kleidung wird immer schneller gekauft und ebenso schnell wieder entsorgt. Dabei stecken in jedem Textil wertvolle Rohstoffe, Energie und Arbeitszeit. Der Aktionstag hat gezeigt, dass Reparieren ganz einfach sein und Freude machen kann. Wer mitmacht, leistet einen konkreten Beitrag zur Abfallvermeidung, spart Geld und stärkt gleichzeitig regionale Initiativen.“, so Gemeindeverbandspräsident Walter Gohm.
Am Mend in Public Day beteiligten sich Initiativen an mehreren Standorten in Vorarlberg:
- Reparaturcafé Koblach – Reparatur von Textilien und Näh-Tipps
- Macherei Wolfurt – Reparatur von Textilien und Näh-Tipps
- Naflahus Feldkirch, dem Haus der Begegnung und der Vielfalt (inkl. VGV) – Reparatur von Textilien und Näh-Tipps sowie Upcycling-Workshop (Taschen und Geldtaschen)
- Reparaturcafé Großes Walsertal – Reparatur von Textilien und Näh-Tipps
- Reparaturcafé Thüringen – Reparatur von Textilien und Näh-Tipps
- Open Lab Klaus – Reparatur von Textilien und Näh-Tipps
- Reparaturcafé Dornbirn – Reparatur von Textilien und Näh-Tipps
Alle Informationen sowie Veranstaltungen sind auf der Plattform umweltv.at gebündelt. Die positive Resonanz zeigt: Reparieren liegt im Trend – und gemeinsame Aktionen wie der Mend in Public Day leisten einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung und zu einem bewussteren Umgang mit Textilien.
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